Caritasverband Bremen e.V., 05.07.2012

Im Alter selbstständig bleiben

LAG fordert Umdenken der Politik in der Altenhilfe

Die Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege Bremen e. V. fordert ein Umdenken der Politik im Bereich der Altenhilfe. „Ziel muss sein, dass es in Bremen mehr ambulante Angebote gibt und die Vorsorge eine höhere Bedeutung bekommt“, so Vorstandssprecher Dr. Arnold Knigge. Er stellte heute ein entsprechendes Positionspapier vor. Seine Forderung: In jeder Legislaturperiode sollte ein verbindlicher Plan für die Altenhilfe-Arbeit in Bremen erarbeitet werden. „Wir müssen jetzt gegensteuern, damit die Zahl der Pflegebedürftigen eben nicht bis 2030 um 50 Prozent steigt.“

In dem 14-seitigen Positionspapier betont die Landesarbeitsgemeinschaft die Bedeutung von wohnortnahen Angeboten. „Drei Viertel der Pflegebedürftigen leben zuhause. Sie und ihre Angehörigen brauchen vor Ort Hilfe“, sagt Knigge. Caritas-Vorstand Martina kleine Bornhorst   findet die Vernetzung wichtig: „Wenn jemand im Alter alleine zuhause lebt, reicht es oft nicht, einen Physiotherapeuten in der Nähe zu haben. Senioren brauchen vielleicht auch jemanden, der z. B. die Termine koordiniert und mitkommt. Das könnte zum Beispiel ein ambulanter Pflegedienst leisten.“

Bernd Loheide von der Arbeiterwohlfahrt weist auf mögliche psychische Gefahren im Alter hin. „Wer keinen Ansprechpartner hat, droht zu vereinsamen – Begegnungsstätten im direkten Umfeld bekommen so eine hohe Bedeutung.“ Die stationären Einrichtungen sollen bestehen bleiben und mit Hilfe einer besseren Personalausstattung zu Kompetenzzentren für Schwer- und Demenzkranke werden. Weitere Punkte des Positionspapieres sind die Qualität der Ausbildung in der Pflege, die Gewinnung von Fachkräften und die Dokumentationpflicht . Einzelne Punkte will die Landesarbeitsgemeinschaft einzeln noch einmal vorstellen. In Bremen gibt es nach Angaben von Arnold Knigge derzeit 22.000 Pflegebedürftige.

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