Im Alter selbstständig bleiben
LAG fordert Umdenken der Politik in der Altenhilfe
Die Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege Bremen e. V.
fordert ein Umdenken der Politik im Bereich der Altenhilfe. „Ziel muss sein,
dass es in Bremen mehr ambulante Angebote gibt und die Vorsorge eine höhere
Bedeutung bekommt“, so Vorstandssprecher Dr. Arnold Knigge. Er stellte heute
ein entsprechendes Positionspapier vor. Seine Forderung: In jeder
Legislaturperiode sollte ein verbindlicher Plan für die Altenhilfe-Arbeit in
Bremen erarbeitet werden. „Wir müssen jetzt gegensteuern, damit die Zahl der
Pflegebedürftigen eben nicht bis 2030 um 50 Prozent steigt.“
In dem 14-seitigen Positionspapier betont die Landesarbeitsgemeinschaft die
Bedeutung von wohnortnahen Angeboten. „Drei Viertel der Pflegebedürftigen leben
zuhause. Sie und ihre Angehörigen brauchen vor Ort Hilfe“, sagt Knigge.
Caritas-Vorstand Martina kleine Bornhorst
findet die Vernetzung wichtig: „Wenn jemand im Alter alleine zuhause
lebt, reicht es oft nicht, einen Physiotherapeuten in der Nähe zu haben.
Senioren brauchen vielleicht auch jemanden, der z. B. die Termine koordiniert
und mitkommt. Das könnte zum Beispiel ein ambulanter Pflegedienst leisten.“
Bernd
Loheide
von der Arbeiterwohlfahrt weist auf
mögliche psychische Gefahren im Alter hin. „Wer keinen Ansprechpartner hat,
droht zu vereinsamen – Begegnungsstätten im direkten Umfeld bekommen so eine
hohe Bedeutung.“ Die stationären Einrichtungen sollen bestehen bleiben und mit
Hilfe einer besseren Personalausstattung zu Kompetenzzentren für Schwer- und
Demenzkranke werden. Weitere Punkte des Positionspapieres sind die Qualität der
Ausbildung in der Pflege, die Gewinnung von Fachkräften und die
Dokumentationpflicht
. Einzelne Punkte will die
Landesarbeitsgemeinschaft einzeln noch einmal vorstellen. In Bremen gibt es
nach Angaben von Arnold Knigge derzeit 22.000 Pflegebedürftige.
