
Harald Westbeld
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Werkheft Sozialcourage Special (in begrenzter Zahl)

Titelbild des Werkheftes zum Jahresthema 2006
Integration beginnt im Kopf
Für ein besseres Miteinander von Deutschen und Zuwanderern
Warum gucken Türken immer so unfreundlich und warum setzen Russen immer ein Pokerface auf, wenn man sie anschaut?
Merkwürdig. Warum schütteln sich Westeuropäer die Hände und grinsen sich so gekünstelt an? In unterschiedlichen Kulturen begrüßen sich Menschen unterschiedlich und verwenden eine andere Körpersprache.
In Mali tippt man zur Begrüßung zum Beispiel auf den eigenen Unterarm, Ostafrikaner berühren nur kurz die Handflächen des Gegenübers. Weltberühmt ist auch die Begrüßung der Indianer...
Und das Lächeln? In der Türkei und in Russland ist es keineswegs ein Symbol des Freundlichseins - hier macht man sich dadurch in übelster Weise über den Gesprächspartner lustig...
Der Umgang miteinander ist auf der Welt schon höchst verschieden. Auch das Aussehen, die Hautfarbe, die Kleidung... Aber sind es deshalb andere Menschen? Freuen sie sich nicht alle über ein Kinderlächeln, ärgern sich, wenn etwas schief geht, leiden mit einem kranken Angehörigen und feiern ausgelassen miteinander?
Integration beginnt im Kopf ist das Jahresthema der Caritas in 2006. Es soll zum Nachdenken anregen und zeigen, dass Unterschiede äußerlich sind. Letzlich soll dies zu einem besseren Miteinander von Deutschen und Zuwanderern führen. Dazu haben die Migrationsdienste der Caritas in der Diözese Münster auch eine Vielzahl von Veranstaltungen und Aktionen organisiert.
Und hier noch zwei Beispiele zum Nachdenken über Kulturunterschiede:
Vorurteile über Deutsche
Gibt es über uns perfektes Volk eigentlich auch etwas zu meckern?Die Deutschen sind ein Volk ohne Humor, in Deutschland ist das Leben durch Vorschriften und Verbote bis ins Detail geregelt, man ist rechthaberisch, perfektionistisch, kinderfeindlich, man trinkt nur Bier und stützt seine Ernährung ausschließlich auf Wurst und Sauerkraut...
Der Durchschnittsdeutsche ist außerdem arbeitswütig, oberlehrerhaft, vorlaut, zynisch, cholerisch, obrigkeitshörig und sehr einfach gestrickt. Alles, was nicht logisch und geordnet ist, überfordert ihn total. Außerdem bemitleidet man die Deutschen wegen ihres völligen Mangels an Grazie und Stil.
Kurz: Ein guter Deutscher ist einer, der möglichst weit weg ist, jenseits des Atlantiks oder am besten noch weiter...
Warum sind Afrikaner immer unpünktlich?
Und Deutsche immer so pingelich, wenn es um die exakte Einhaltung von Terminen geht...?
Im Allgemeinen haben südländische Kulturen ein völlig anderes Zeitbewusstsein. Das gilt nicht nur für Afrikaner, sondern auch für Franzosen und Spanier. Wenn ein Termin um 7.55 Uhr angesetzt ist, wird ein Franzose grundsätzlich etwa fünf Minuten zu spät sein. Im Französischen gibt es nämlich nicht einmal ein Wort für "fünf Minuten vor". Wozu auch? Hauptsache, jeder ist etwa pünktlich!
Aber die Deutschen sind nicht die einzigen, die so ein "überkandideltes" Zeitempfinden haben, gleiches wird den Schweizern, Schweden, Norwegern, Dänen und Briten nachgesagt.

