Abenteuer erleben auf dem Schulhof
Herkunftskultur im ehemaligen Jugoslawien.
Sozialpädagoge Frederik Winter filmt ihn dabei.
"Hallo, ich möchte mich vorstellen." Denis sitzt auf einer Treppe auf dem Schulhof, zwischen den Beinen eine Trommel, und spielt Rhythmen, die er aus seiner Herkunftskultur, dem ehemaligen Jugoslawien, kennt. Vor ihm steht Sozialpädagoge Frederik Winter mit der Kamera und filmt ihn aus verschiedenen Richtungen. Nachher gehen die beiden noch ans Klettergerüst und auf den Fußballplatz, wo Denis sein Können unter Beweis stellt.
Von jedem Kind entsteht so eine eigene Video-Sequenz, in der es sich vorstellt und seine Hobbys demonstriert. Als 20-minütiger Zusammenschnitt, mit Musik und Untertiteln unterlegt, konnte er nun während der "Aktion Tagwerk" im Caritas-Gebäude in der Grevener Innenstadt gezeigt werden. Außerdem wird das Video an die Partnerschule nach Cajamarca im Nordosten von Peru, geschickt, um den Kontakt zu den peruanischen Altersgenossen weiter lebendig zu erhalten.
Der Videodreh ist Bestandteil des Projekts "Abenteuer-Land", dass der Caritasverband Emsdetten-Greven an der Johannesschule, einer Förderschule für Sprache und Lernen, durchführt. "Wir wollen im ‚Abenteuer-Land’ die Fähigkeiten der Kinder stärken helfen", sagt Anatoli Leis, mit Mila Stapper und Frederik Winter zusammen pädagogischer Mitarbeiter im Projekt. Von den sechs Kindern haben fünf einen Migrationshintergrund, stammen alle aus dem ehemaligen Jugoslawien. Nicht zuletzt wegen ihrer mangelnden deutschen Sprachfähigkeit sind sie auf der Förderschule.
und Jungen aus der Abenteuer-Land-Projektgruppe
ihr selbst produziertes Video.
"Wir lassen im Gespräch und den Aktivitäten immer wieder die Erfahrungen aus der Herkunftskultur der Kinder einfließen", erläutert Mila Stapper ein wichtiges Prinzip des Abenteuerland-Projektes. Daher auch das Oberthema "Reise um die Welt". Die Kinder sollen ihre Kompetenzen und Erfahrungen einbringen, beispielsweise landestypisches Essen kochen oder eben Trommeln und Tanzen, wie es in ihrer Herkunftskultur üblich ist.
Klassenlehrer Günter Müller ist froh, dass das Projekt "Abenteuer-Land" mit Kindern aus seiner Klasse durchgeführt wird. Nach einem halben Schuljahr hat er bereits positive Entwicklungen feststellen können. Das Wir-Gefühl in der Klasse sei gestärkt worden und die zusätzlichen pädagogischen Aktivitäten der Caritas-Mitarbeiter haben eine positive Ausstrahlung auf die ganze Schule.
