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Die Geschichte der Caritas  

Die Wurzeln der Caritas im Bistum Münster reichen ins Mittelalter

Von den Anfängen bis Ende 18. Jahrhundert
 
Schon im Mittelalter bildeten Großfamilien und Sippen ein Sicherheitsnetz für Menschen, die wegen verschiedener Umstände in Not waren. Mit der immer weiter fortschreitenden Christianisierung halfen die Gemeinden unter Leitung der Bischöfe die Aufgabe vor allem durch Spenden.

So wie die Gemeinden wuchs auch die Zahl der Bedürftigen. Bald versorgten die Klöster große Teile der ländlichen Gesellschaft. Bis zum Ende des 11. Jahrhunderts ließen außerdem Pilgerfahrten und Kreuzzüge die Aufgaben der Caritas anwachsen.
 
Ab dem 12. Jahrhundert gewannen allerdings die Städte immer größeren Einfluss und lösten allmählich die Klöster als Mittelpunkte des sozialen Lebens ab - auch auf dem Gebiet der Caritas. Die ritterlichen und bürgerlichen Genossenschaften wurden zu den neuen Trägern der Wohlfahrt. 
 
Die Auflösung der mittelalterlichen Ordnung vom 14. bis zum 17. Jahrhundert führte zu einer  starken Verarmung der Bevölkerung. Dadurch wuchsen die sozialen, caritativen Aufgaben, Die Städte begannen, ihr Versorgungssystem konsequenter zu ordnen. Die kirchliche Caritas hatte ihre Rolle zu dem Zeitpunkt verloren.

Im 17. Jahrhundert geriet die Wohlfahrt vollständig in staatliche Hand. In dieser Zeit galten Armut und Krankheit als göttliche Prüfung, als besondere Auszeichnung. Arme Menschen standen in einer besonderen Beziehung zu Gott und die Wohltaten, die man ihnen zukommen ließ, befreiten einen selbst von Sünden und Schuld. Caritatives Handeln sicherte das eigene Seelenheil. Bettler genossen, schon durch die Entstehung des Bettlerordens im 13. Jahrhundert, ein besonderes Ansehen, was auch für die katholische Kirche bei deren Versorgung bestimmend war. Diese stand auch am Ende des 18. Jahrhundert hauptsächlich für Armenfürsorge.

Trotz aller gesellschaftlichen und politischen Veränderungen in der Fürsorge der Bedürftigen blieben kirchlich-religiöse Spenden und Einrichtungen unverzichtbare Teile der allgemeinen Wohlfahrt.
 
Anfänge und Ausgestaltung der bischöflichen und klösterlichen Caritas

817 beschließt die Aachener Synode, dass jede Bischofskirche, Stifte und Klöster Hilfseinrichtungen für Bedürftige errichten soll. In Münster werden  im 9. und 10. Jahrhundert "Zwölfmännerhäuser" bei Ludgeri und Überwasser gebaut, die unter anderem alten und schwachen Landarbeitern Obdach geben. Überall wurden Klöster und Stifte zu einem Hauptträger der Caritas.

Klöster waren bis zum 12. Jahrhundert meist Frauenklöster. Entsrpechend wurde die Hilfe überwiegend von Frauen organisiert. Gründerinnen der klösterlichen Caritas waren im Bistum die Heilige Heriburg, Vorsteherin des Stifts Nottuln, die Heilige Thiatildis, Vorsteherin des Stifts Freckenhorst und die Heilige Irmgard von Aspel, Gründerin des Kanonikerstiftes Aspel-Rees.
(wird fortgesetzt)