Impuls

Januar 2018 - Frieden finden

Es war wohl seine erste nähere Begegnung mit einem Menschen schwarzer Hautfarbe. Und es fand eine einfache Erklärung: Schmutzig. Dieser kindliche Erklärungsversuch gibt die Gedanken nicht weniger Erwachsene wieder, sie denken an Schmutz, wenn sich ihnen Fremde nähern.

Die Hände eines Kindes graben im Matsch.

Kinder machen sich gern schmutzig. Sie lieben es zu toben und im Matsch zu spielen. In unseren Kindergärten haben sie viele Möglichkeiten dazu, Berührungsängste kennen sie da kaum. In den Kitas kommen die Kleinen mit der großen Welt in Berührung. Jenseits ihrer Familie treffen sie auf Menschen verschiedenster Herkunft, Sprache und Hautfarbe. Diese neue Welt ist für sie spannend und macht sie neugierig auf Erklärungen, wie eben die schmutzige Hautfarbe von Kaplan Hilary. Dabei lernen sie, Unterschiede zwischen den Menschen als Normalität anzuerkennen. Die andere Hautfarbe, die fremde Sprache, vielleicht eine Behinderung werden von ihnen nicht mehr als Unterscheidungsmerkmal wahrgenommen, sondern als ganz normal betrachtet.

Friedensdienst fängt ganz klein bei den Kleinsten an. Und sie bringen fertig, worüber Erwachsene nicht selten stolpern: Neugierig auf das Fremde und Andersartige zu sein, und dann zu lernen, dies als ganz normal zu betrachten. Die Unbefangenheit der Kinder erstaunt mich immer wieder. Leider habe ich diese Tugend viel zu selten. Um sie zu lernen, sollte ich häufiger in den Kindergarten gehen. Kaplan Hilary jedenfalls wird bei den Kindern immer beliebter.

Johannes Hammans
Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Anna Katharina, Coesfeld
Vorsitzender der Diözesan-AG Katholischer Tageseinrichtungen für Kinder (KTK)
j.hammans@anna-katharina.de

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Janaur 2018 - Frieden finden