"Wir helfen!" - Newsletter für Ehrenamtliche

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Der Caritasverband für die Diözese Münster gibt für Ehrenamtliche in der Arbeit mit geflüchteten Menschen einen regelmäßigen Newsletter mit wichtigen Hinweisen, Tipps und Terminen heraus. Außerdem werden in jeder Ausgabe interessante Projektideen vorgestellt.

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Hier gelangen Sie zu den bisherigen Ausgaben: 1/2015, 2/2015, 01/2016, 02/2016, 03/2016, 04/2016, 05/2016, 06/2016, 07/2016, 08/2016.

Wir helfen

Asylbewerbern/Flüchtlinge

Flüchtlinge brauchen Zuflucht

Sie werden durch eine enge Auslegung des Asylrechts zu einem großen Teil nicht als politische Flüchtlinge anerkannt und leben oft jahrelang in einem unsicheren Aufenthaltsstatus und in ständiger Angst vor Abschiebung. Dies führt zu starken psychischen Belastungen. Zudem behindert der rechtlich ungeklärte Zustand die soziale Integration.

Eine Integration für die Zeit des Aufenthaltes ist für die Flüchtlinge jedoch notwendig. Viele können trotz negativen Ausgangs ihres Asylverfahrens nicht in ihre Heimatländer zurückkehren und bleiben auf Dauer in Deutschland. Zudem ist dies eine bildungs- und entwicklungspolitische Investition bei einer Rückkehr in das Heimatland.

In der Diözese Münster sind 14 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den örtlichen Caritas- und Fachverbänden in der Flüchtlingshilfe tätig. In die Beratungsstellen kommen hauptsächlich Flüchtlinge mit Duldung nach negativem Abschluss des Asylverfahrens und Flüchtlinge im Asylverfahren. Sie benötigen Beratung und Unterstützung bei vielfältigen Problem- und Fragestellungen, insbesondere zum Aufenthaltsrecht, Hilfestellung bei der Suche nach Arbeitsmöglichkeiten, Fragen zur Schule, Kindergarten, zu Sprachkursen oder anderen sprachlichen Hilfen, zur sozialen Orientierung oder materiellen Hilfen ...

Neben der Beratung und Begleitung ist die Förderung des besseren Miteinanderlebens von Flüchtlingen und Einheimischen ein weiterer Schwerpunkt. Hintergrundinformationen über die Fluchtursachen und die Initiierung von Begegnungsprojekten sind dabei wichtige Elemente.

Bistum Münster heißt Flüchtlinge willkommen!

Vielfältig engagieren sich das Bistum Münster und die Caritas für die Flüchtlinge. Gelder für die Schaffung von Wohnraum und die Unterstützung ehrenamtlichen Engagements sind zur Verfügung gestellt worden. In den Pfarrgemeinden kümmern sich rund 2.000 Ehrenamtliche um die ankommenden Menschen. Zehn neue Stellen werden vor Ort eingerichtet, um sie in dieser Arbeit zu unterstützen. Sie werden aufgeteilt, damit sie möglichst flächendeckend, angesiedelt in den Caritas- und ihren Fachverbänden, in der Diözese tätig werden können

Das Engagement und die Kreativität der freiwilligen Helfer kennt dabei kaum Grenzen: In Ahaus gibt es die „Weltreisen durchs Wohnzimmer", bei der sich geflüchtete und einheimische Familien zuhause näher kennenlernen. In Kevelaer wird gemeinsam gegärtnert. Andernorts werden ehrenamtliche Deutsch- und Fahrradkurse angeboten.

Lesen Sie mehr in einer Übersicht über die Aktivitäten der katholischen Kirche im Bistum Münster für die Flüchtlinge.

Zum Thema

Fit für Flüchtlinge

Das Foto zeigt eine kleine Gruppe von Menschen, eine deutsche Ehrenamtliche eingerahmt von jungen Flüchtlingen.Ehrenamt in der Flüchtlingsarbeit braucht neben Engagement auch fachliche Begleitung.Tobias Kleinebrahm

Kaum vom Diözesancaritasverband im Bistum Münster und der katholischen Akademie Franz Hitze Haus Münster ausgeschrieben, waren die Plätze ausgebucht. Über 200 Teilnehmer nahmen an den fünf Einheiten teil, am 23. April ist sie offiziell abgeschlossen worden.

„Ohne ihren Beitrag kann unsere Gesellschaft die riesige Herausforderung der Integration von Flüchtlingen nicht bewältigen“, lobte Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann den besonderen Einsatzwillen. Mittlerweile hat die Caritas in der Diözese Münster mit Bistumsmitteln flächendeckend hauptamtliche Strukturen zur Unterstützung der Ehrenamtlichen aufgebaut und werden vor Ort vielfach Fortbildungen angeboten. Rund 5.500 Freiwillige engagieren sich in über 100 Gruppen, das Bistum hat rund fünf Millionen Euro zusätzlich für die Flüchtlingsarbeit bereitgestellt.

Die besondere Situation der Flüchtlinge erfordert nicht nur bei sich neu engagierenden Ehrenamtlichen, sondern auch bei langjährigen Freiwilligen neues Wissen. Neben den rechtlichen Grundlagen standen die speziellen Bedürfnisse von Kinder und Jugendlichen auf dem Programm der Fortbildungsreihe, die dank Geldern des Bistums kostenlos angeboten werden konnte. Referenten aus Wissenschaft, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen informierten zudem über den Umgang mit Traumatisierung und vermittelten interkulturelle Kompetenz.

Engagement für die Flüchtlinge wird weiterhin gefordert bleiben: „Die Arbeit wird uns so schnell nicht ausgehen“, ist sich Caritas-Mitarbeiterin Marion Hafenrichter sicher, die die Fortbildungsreihe zusammen mit Dr. Christian Müller, Fachbereichsleiter Politik und Internationales im Franz Hitze Haus, entwickelt hat. Für Müller bleiben „Fragen von Migration und Flucht prägende Zeichen der Zeit, mit denen wir uns intensiv beschäftigen müssen.“

Wenig Hoffnung auf eine dauerhafte Entspannung machte auch Heinz-Josef Kessmann. Die Erstversorgung sei mit großem Engagement in kurzer Zeit auf die Beine gestellt worden. Aber die größere Herausforderung folge jetzt mit der Integration. Kessmann forderte die Politik auf, sich nicht von den derzeit rückläufigen Zahlen täuschen zu lassen. „Die Probleme werden durch die Maßnahmen zur Grenzsicherung nicht gelöst“, sagte er auf der Abschlussveranstaltung. Die europäischen Staaten müssten ihrer Verantwortung zur Versorgung der Flüchtlinge gerecht werden. Dazu gehöre die Aufnahme von Flüchtlingen, aber auch die Unterstützung der Nachbarstaaten Syriens.